
Die Sinne
Das Älterwerden unserer Haustiere vollzieht sich nach den gleichen Prinzipien wie das des Menschen: Die Leistungen der Sinnesorgane lassen nach. In der gewohnten Umgebung kann der Hund auch mit stark eingeschränkter Sehfähigkeit noch erstaunlich gut zu Recht kommen. Erst, wenn Möbel nicht an ihrem gewohnten Platz stehen, fällt uns auf, daß der Hund dagegen läuft! Beim Ballspielen läuft er oft in die falsche Richtung oder findet den Ball erst nach längerem Suchen. Auch ungewohnte Ängstlichkeit bzw. Unsicherheit beim Spazierengehen - besonders in der Dunkelheit - kann einen Hinweis auf ein nachlassendes Sehvermögen geben. Typisch für blinde Hunde ist es, mit den Vorderbeinen beim Laufen sehr weit auszuholen. Dieser parademarschartige Schritt hilft den Tieren bei der Orientierung, da die Vorderbeine an ein Hindernis anstoßen, bevor sie selbst dagegen laufen. Auch das Gehör läßt mit der Zeit nach. Wenn der Hund auf unser Rufen und unseren Pfiff nicht mehr zuverlässig reagiert, so muß das nicht unbedingt für eine Taubheit sprechen, jedoch sollte man auch an diese Möglichkeit denken! Oft hört der alte Hund zwar noch, jedoch nur noch Geräusche bestimmter Lautstärke und Tonhöhe. Im Ernstfall könnte er dann u. U. ein näherkommendes Auto nicht mehr rechtzeitig bemerken oder, wenn er sich beim Spaziergang weiter entfernt hat, ihre Rufe nicht mehr hören. Probieren Sie deshalb regelmäßig mit typischen Geräuschen (die Glocke an der Haustür, Rascheln mit Papier etc.), Kommandos (ohne Gestik!) oder Pfiffen - in verschiedenen Lautstärken - aus, ob und wann ihr Hund reagiert. Sollten Sie den Verdacht haben, der Hund hört wirklich schlechter, so sollten Sie ihn beim Spazierengehen nur noch in „Hörweite“ ohne Leine laufen lassen und an der Straße vorsichtshalber in jedem Fall anleinen! Bitte beachten Sie, daß Tiere, die nicht mehr gut sehen und/oder hören auf unbemerkte Annäherung – auch von ihnen bekannten Menschen! – erschrocken reagieren und unter Umständen nach ihnen schnappen könnten! Dies ist ein Schutzreflex. Sie sollten ihren Hund nicht dafür bestrafen, sondern die Familienmitglieder darauf aufmerksam machen, daß es sich um ein älteres Tier handelt mit dem behutsam umgegangen werden sollte. Aus diesem Grunde sollten Kinder grundsätzlich auch mit den bravsten Hunden nicht ohne Aufsicht allein gelassen werden! Da sich diese Veränderungen in den meisten Fällen schleichend vollziehen, bemerken wir sie erst spät oder gar nicht. Lassen Sie deshalb von Ihrem Tierarzt regelmäßig beim älteren Tier überprüfen, ob es noch sieht oder hört! Mit dem Nachlassen der geistigen Fähigkeiten wird ein alter Hund auch in seiner gewohnten Umgebung mit der Zeit unsicherer und sucht immer öfter unsere Nähe, denn wo wir sind, da kann ihm nichts passieren. Besonders der alte Hund ist auf die Liebe „seiner Menschen“ und das Verständnis für seine Situation angewiesen. Danken Sie ihm die vielen schönen Jahre mit der nötigen Geduld!
Der Körper
Mit zunehmendem Alter lassen auch andere Körperfunktionen – oft mehr oder weniger unbemerkt – nach: Das Aufstehen nach längeren Ruhephasen wird mit der Zeit vorsichtiger, das Tempo beim Spazierengehen langsamer. Die Erholungsphasen nach Anstrengungen dauern jetzt länger. Das Fell ist oft nicht mehr so seidig und glänzend. Es kommt auch öfter als früher zu Erbrechen und Durchfall. Bei gleich bleibend gehaltvoller Fütterung neigt der ältere Hund zu Übergewicht. Probleme mit dem Bewegungsapparat und dem Rücken sind typische Alterserscheinungen, die besonders gerne großwüchsige Hunderassen sowie Hunderassen mit kurzen Beinen und langem Rücken ( Dackel etc. ) betreffen. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, daß betroffene Hunde möglichst keine Treppen gehen sollten und daß man sie nicht vom Sofa oder aus dem Auto springen lässt. Auch unüberlegte Bewegungen wie beim Stöckchenwerfen oder Toben mit anderen Hunden sollten zumindest reduziert werden, um eine zusätzliche Überbeanspruchung der Gelenke zu vermeiden. Spezielle Alleinfutter mit bindegewebsstabilisierenden Inhaltsstoffen z.B. Supreme Fit&Well oder Sensible Nutrition-Produkte (bzw. das Happy Dog Care-Plus Ergänzungsfuttermittel ArthroFit) können hier - bei noch nicht zu massiven Veränderungen - eine Linderung der Beschwerden erreichen. Die wichtigste Maßnahme ist jedoch auf das Gewicht des Hundes zu achten und gegen vorhandenes Übergewicht konsequent anzugehen. Längere Erholungsphasen nach Anstrengung, Husten bei Aufregung oder Freude und auch vermehrte Müdigkeit können Hinweise auf eine Herzerkankung sein. Lassen Sie im Verdachtsfall Ihren Hund gründlich untersuchen! Die Medikamente zur Unterstützung des Herzens sind in den letzten Jahren erheblich verbessert worden, so dass auch herzkranke Hunde meist noch viele Jahre ein relativ normales Hundeleben führen können! Oft sind Funktionsstörungen von Leber und/oder Niere die Ursache für vermehrtes Erbrechen, häufigeren Durchfall, Haut- und/oder Fellprobleme, Körper- bzw. Mundgeruch, vermehrten Durst, Mattigkeit etc. Zu den Routine-Untersuchungen beim älteren Hund sollte deshalb in jedem Falle eine Blutuntersuchung gehören, bei der man einen Hinweis auf die Leistung der inneren Organe, wie z.B. Leber und Niere bekommen kann. Können nämlich aufgrund der nachlassenden Organleistung von Leber und/oder Niere die Abbauprodukte bestimmter Nahrungsbestandteile nicht mehr im notwendigen Umfang vom Körper ausgeschieden werden, so sammeln sich diese Abbauprodukte im Körper an und verursachen Beschwerden.
Da es eine effektive medikamentöse Therapie nicht gibt und es anderenfalls bis zum völligen Organversagen kommen kann, hilft hier in der Regel nur eine angepasste Fütterung. Das heißt, man achtet darauf, diejenigen Bestandteile des Futters, die auf diese Weise Leber und/oder Niere belasten würden, nur noch in einer Menge zuzuführen, die der Leistung der Organe entspricht. Da solche Beschwerden bei älteren Hunden häufig vorkommen, gibt es Alleinfutter mit speziellen Rezepturen für die verschiedenen Problembereiche (z.B. HAPPY DOG SanoCroq N bei Leber-, Nieren- und Herzproblemen). Außerdem gibt es natürlich Produkte für den Senior-Hund zur Vorbeugung dieser Probleme: Sie zeichnen sich durch ihre besonders leicht verdaulichen hochwertigen Rohstoffe, angepassten Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen sowie einen reduzierten Protein- und mäßigem Fettgehalt aus z.B. Fit&Well Senior mit Muschelextrakt und wertvollem Carnitin. Um Mängeln durch den in Alter nachlassenden Stoffwechsel vorzubeugen, kann es auch von Fall zu Fall sinnvoll sein dem älteren Tier zusätzlich zu seinem Alleinfutter kurweise spezielle Ergänzungsfutter (z.B. Happy Dog HaarSpezial bei Haut- und Fellproblemen) zuzufüttern.
Eine konkrete Altersvorgabe für den besten Zeitpunkt zum Umstellen auf Alleinfutter für ältere Hunde zu machen ist nicht ganz einfach. Dies erklärt sich dadurch, dass sich (je nach Rasse bzw. Größe des Hundes) das Alter unterschiedlich spät bemerkbar macht: bei sehr großen Rassen beispielsweise nicht selten schon etwa ab dem 6.-8. Lebensjahr. Kleine Rassen „altern“ oft deutlich später als der großwüchsige Hund. Kleine Hunde mit einem Alter von 14 oder 16 Jahren sind keine Seltenheit! Bei Ihnen zeigen sich auch Verschleißerscheinungen meist erst später (ab ca. 10 Jahre). Daneben gibt es auch viele ältere Hunde - ob groß oder klein - , die aufgrund ihrer noch hervorragenden Kondition immer noch deutlich mehr tägliche Bewegung bekommen als ein durchschnittlicher Familienhund und deshalb auch im Alter noch einen relativ höheren Bedarf an Protein und Fett haben. Deshalb sollte die Entscheidung, wann man den älteren Hund auf ein spezielles leichteres Futter umstellt, nicht allein vom Lebensalter abhängig gemacht werden.
Die wichtigsten Kriterien - unabhängig vom Alter - sind:
Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob und wann der richtige Zeitpunkt zum Umstellen der Ernährung für Ihren Hund gekommen ist, so empfiehlt es sich bei Hunden, die über 6 – 8 Jahre alt sind, vorsorglich 1 - 2 x jährlich einen Check-up bei Ihrem Tierarzt machen zu lassen, um eventuelle Veränderungen frühzeitig bemerken und auf sie reagieren zu können.
Dann können Sie dem „Herbst“ im Leben Ihres Lieblings in jedem Falle beruhigt entgegen sehen!
Noch viele schöne gemeinsame Jahre mit Ihrem Hund wünscht Ihnen
Ihr HAPPY DOG Team!
© C.C. Günther
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